Liebe Haus- und Fachärzte, offensichtlich möchtet ihr euer Image aufpolieren: der Arzt, der sich für den Menschen interessiert und gern für ihn arbeitet. Doch stellt sich beim Anblick dieses Plakats die Frage: Für wessen Wohl arbeitet diese Ärztin?
Die Kinderärztin arbeitet für mein Leben gern. Das ist so, als ob ein Metzger am liebsten für Vegetarier seine Wurst herstellt. Gemeint ist wohl nicht mein Leben (also das Leben des Lesers, der in der Anzeige mit “Sie” angesprochen wird), sondern das Leben des Patienten (in diesem Fall also ein Kind). Daher muss der Anzeigentext richtig lauten: “Ich bin Kinderärztin. Ich arbeite gern für das Leben Ihres Kindes.”
Die Anzeige ist Teil einer Kampagne, deren Plakatmotive nach einem einfachen Schema aufgebaut sind. “Ich bin xxx-Arzt. Ich arbeite für Ihr Leben gern.” Bei den Haus- und Hautärzten funktioniert’s, hier ist der Leser potenzieller Patient. Doch schon bei der Frauenärztin ergeben sich erste Probleme: Hier wird nur die Hälfte der Leserschaft tatsächlich angesprochen. Bei dem Motiv mit der Kinderärztin hat allerdings niemand mitgedacht, hier wurde einfach nur nach Schema F verfahren.
Handeln nach Schema F ist ein schlechter Ratgeber – sowohl im Bezug auf Patienten als auch auf Werbetexte.










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